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Im 9. und 10. Jahrhundert macht das Herzogtum Elsass den Grafschaften Nordgau und Sundgau Platz. Diese letztere wurde von der Adelsfamilie Liutfried verwaltet. Nach der Reichsteilung Karls des Großen erfährt der Sundgau eine instabile Periode, die zum Autoritätswachstum lokaler Herrscher führt. Dies ist der Beginn der Feudalherrschaft. Der Sundgau wird unter Othon I. in das Heilige Römisch Reich Deutscher Nation einverleibt. 1125 erbt Friedrich, Sohn von Thierry I von Montbeliard das Südelsass und wird zum Graf zu Ferrette. Friedrich I. (1125-1160) nimmt aktiv an der Regierung des Reichs teil und kämpft gegen das Heidentum, indem er die Errichtung von Klosteranlagen und Prioraten wie Feldbach und St. Morand in Altkirch förderte. Der Sundgau wird zu dieser Zeit in vier Vogteien unterteilt (Landser, Thann, Altkirch und Ferrette). 135 Gemeinden werden jedoch direkt von den Gutsherren als habsburgische Lehnsgüter verwaltet. Dieser dörfliche Adel lässt zahlreiche Herrenhäuser errichten. Die Bevölkerung wird von den Pestepidemien von 1313 und 1349, dem Erdbeben von 1356 und mehreren Kriegen hart geprüft.
Von der mittelalterlichen Kunst behält der Sundgau zahlreiche Kirchtürme mit Satteldächern, die achteckige Kirche von Ottmarsheim, jene von Feldbach, das Kenotaph (Grabmal) des Heiligen Morand in Altkirch usw. bei.
Der Sundgau lässt sich trotz seiner Nähe zu Mülhausen und Basel nicht reformieren und bleibt der Religion seiner Herren, der Habsburger treu.
Der Beginn des 16. Jahrhunderts ist durch den Bauernkrieg oder die Erhebung des gemeinen Mannes gekennzeichnet, die das « alte Recht » beibehalten wollen, das ihnen mündlich gegeben wurde und das römische Recht nicht akzeptieren, das die Gutsherren beabsichtigen einzuführen. Der Adel geht daraus geschwächt hervor, die Dorfgemeinschaft befindet sich in ihrer stärksten Position. Zahlreiche Renaissancehäuser stammen aus dieser Zeit (Lutter, Obermorschwiller, Rathaus von Ferrette usw...).
Der Dreißigjährige Krieg trifft den Sundgau Ende 1632 mit einer beispiellosen Grausamkeit. Die Schweden nehmen Landser, Altkirch und Ferette in Besitz. Die aufständischen Bauern werden auf tragische Weise unterdrückt. Die Region wird nacheinander von der Kaiserlichen Armee, den schwedischen Söldnern und den französischen Truppen bekämpft. Von 1637 bis 1640 erfährt der Sundgau das dunkelste Kapitel seiner Geschichte. Er geht daraus ausgeblutet hervor, nachdem er je nach Regionen zwischen 30 und 80% seiner Bevölkerung verloren hatte.
Der Streit wird mit den Westfälischen Friedensverträgen beendet, die in Münster und Osnabrück unterzeichnet wurden. Im Dezember 1659 teilt der französische König die Grafschaft Ferrette Mazarin zu. Frankreich wird eine Politik der Wiederbevölkerung des Sundgaus betreiben und begünstigt die Niederlassung von Untertan und Ausländern, besonders von Schweizern. Die Region leidet immer noch an den Kriegen Ludwigs XIV (Aufsässige, Holländischer Krieg). |